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Presse Aussendungen

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Mittwoch, 09 November 2022

Die neuerdings von der Atomlobby wieder ausgegrabenen SMR (Small Modular Reaktors) ist der sehr durchsichtige Versuch der Atomlobby, mit „neuen“ Reaktoren wieder ins Spiel zu kommen. Außerdem ist es eine Verharmlosung von Reaktortypen, die weder klein noch weniger gefährlich sind. Dazu gibt weltweit aber keinen funktionierenden Prototyp, werden aber mit den gleichen Vorteilen angepriesen, wie Mitte des vergangenen Jahrhunderts! Das Anti Atom Komitee fordert Wachsamkeit von der Bundesregierung!

 

Sonntag, 28 August 2022

Bei ihrem Besuch in Freistadt wurden Umweltministerin Leonore Gewessler die Listen mit den Unterschriften besorgter Bürger übergeben, die sich gegen ein grenznahes Atommülllager und gegen den Atomausbau in Tschechien aussprechen. Die Ministerin versprach den weiteren Widerstand Österreichs.

Donnerstag, 21 Juli 2022

Die extrem überhöhten Strompreise könnten Investitionen in die Atomkraft wieder attraktiv machen. Dies ist auch im Hinblick auf die Entscheidung der EU-Parlaments, Atomenergie als nachhaltige Energieform einzustufen, von Bedeutung. Das Anti Atom Komitee fordert die Aussetzung der Merit Order und einen akzeptablen Strompreis.

Aktuelles aus Europa

 

Aktuelle Nachrichten aus Europa

Neuer Mochovce-Reaktor wird mit Brennstäben beladen - 9. September 2022

Im dritten Block des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce ist heute kurz nach Mitternacht die Beladung mit Brennstäben begonnen worden. Das bestätigte der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger bei einem gemeinsamen Briefing mit Wirtschaftsminister Richard Sulik und Branislav Strycek, dem Chef des Betreibers Slowakische Stromwerke (SE), kurz nach Einleitung der Arbeiten, berichtete der slowakische TV-Sender TA3.

„Das ist eine sehr gute Nachricht nicht nur für die Slowakei, in diesen Zeiten auch für ganz Europa. Denn wir bringen direkt aus EU-Gebiet so sehr notwendigen Strom auf den Markt“, sagte Heger. Der Anteil von Atomstrom am Energiemix der Slowakei steigt damit von 52 auf 65 Prozent, nach Erreichen der vollen Leistung werde das Land bei der Stromproduktion autark, fügte er hinzu.

349 Brennstäbe
Mit der Beladung mit Brennstäben beginne das „aktive Leben des dritten Blocks“, sagte SE-Chef Strycek. Die Aufstockung mit insgesamt 349 Brennstäben wird 108 Stunden dauern. Danach sollen Drucktests eingeleitet werden, in rund einem Monat werde die Kettenreaktion eingeleitet. Mit voller Leistung sollte Block 3 zu Anfang nächsten Jahres laufen.

Grünes Licht am 25. August
Heftige Kritik an der Inbetriebnahme des seit 1987 gebauten dritten Mochovce-Blocks kommt von der österreichischen Umweltorganisation Global 2000, die in einer Aussendung von einem „Versagen der nationalen Atomaufsichten“ sprach und personelle Verstrickungen zwischen der slowakischen Atomaufsicht UJD und dem Kraftwerksbetreiber SE anprangerte.

Die Organisation forderte die österreichische Bundesregierung und besonders Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) auf, „das Problem-AKW Mochovce zur Chefsache zu machen wie im Regierungsprogramm vorgesehen“.

Die slowakische Atomaufsicht UJD hatte eine Genehmigung für die Inbetriebnahme von Mochovce 3 bereits im Mai letzten Jahres erteilt. Diese Entscheidung wurde von Global 2000 angefochten, die drohende Risiken durch den Betrieb der Nuklearanlage beanstandete.

Die UJD hat am 25. August in einem fast 140-seitigen Dokument alle Einwände der Aktivisten abgewiesen und der Inbetriebnahme des dritten Blocks definitiv grünes Licht gegeben.
red, ORF.at/Agenturen

 

Global 2000-Stellungnahme zu EU-Prüfung nach Wettbewerbsrecht von AKWs

Geplantes AKW Dukovany 5: Verschwendung von Steuergeldern verhindern - 2.9.2022

Wien (OTS) - Die tschechische Regierung plant, den großteils staatlichen Energieversorger ČEZ, einen weiteren Reaktorblock am AKW-Standort Dukovany bauen zu lassen. Wegen der hohen Beihilfen aus Steuergeldern musste die tschechische Regierung den Fall bei der Wettbewerbsbehörde der Europäischen Kommission einreichen. Aus einer Anfang August veröffentlichten EU-Konsultation zur Beihilfenprüfung geht hervor, dass die Regierung den Bau mit mindestens 7,5 Milliarden Euro aus Steuergeldern fördern will.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat die vorliegende EU-Konsultation zur Beihilfenprüfung analysiert: Es kommt keineswegs zu einem „Marktversagen“, das nach Meinung der tschechischen Regierung durch große Mengen von Steuergeld ausgeglichen werden muss. Vielmehr liegt die hohe Summe an Beihilfen am Technologieversagen der unwirtschaftlichen Stromerzeugungsform Atomkraft. „Strom aus Atomkraft ist laut Internationaler Energieagentur mindestens zweieinhalbmal so teuer wie Strom aus modernen Erneuerbaren und dies wird auch in Zukunft so bleiben“, erläutert Patricia Lorenz, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. „Die Unwirtschaftlichkeit von Atomreaktoren wird noch verschlimmert durch mehrere verdeckte wirtschaftliche Begünstigungen wie die Deckelung der Haftung bei Nuklearkatastrophen oder die viel zu geringe Vorsorge für die Ewigkeitslast Atommüll.“

Atomkraft ist unverträglich mit Klimakrise

Während die tschechische Regierung mit dem dringend nötigen Fossil-Ausstieg für einen Atom-Ausbau argumentiert, zeigt die aktuelle katastrophale Lage der Atomkraftwerke in Frankreich die Auswirkungen der Klimakrise: 31 von 56 Reaktoren stehen still, teils wegen Rostproblemen an Notkühl-Einspeisestutzen, teils wegen zu geringer Wasserführung der Flüsse aufgrund der hohen Temperaturen. In Dukovany versorgt das kleine Flüsschen Jihlava bereits die vier laufenden Reaktoren – für einen weiteren fünften Reaktor reicht das wenige Wasser schlicht nicht aus. Aufgrund der rapide fortschreitenden Klimakrise steht das Wasser noch dazu immer unberechenbarer zur Verfügung und Ausfälle der Reaktoren und Produktionsschwankungen werden häufiger.

„In unserer heute abgegebenen Stellungnahme rufen wir dazu auf, eine bessere Lösung zu finden – sowohl wirtschaftlich als auch für die Umwelt“, so Lorenz. „Dies bedeutet, dieses Wahnsinns-Projekt aus der energiepolitischen Steinzeit rasch zu beenden und das knappe Steuergeld besser in die schnell verfügbaren tatsächlichen Lösungen wie Verbrauchsreduktion, Wärmedämmung und Erneuerbare Energien zu investieren.“

Haftungs-Deckelung und zu geringe Atommüll-Rücklagen

Nach Artikel 191.1 des Arbeitsvertrags der Europäischen Union haften Verursacher für von ihnen hervorgerufene Schäden – das „Verursacherprinzip“ ist eines der fundamentalen Prinzipien der EU. Ausgerechnet bei der Hochrisiko-Technologie Atomkraft wird dieses Prinzip verbogen – nach tschechischem Recht muss der Betreiberkonzern ČEZ nur bis zu einer Höhe von 324 Millionen Euro für von ihm verursachte Schäden haften. Danach springt der Staat – also die Steuerzahler:innen ein. „Bei Kosten von zum Beispiel 36,7 Milliarden nur für die bisherigen Aufräumarbeiten in Fukushima und noch viel höheren Summen in Tschernobyl von bis zu 350 Milliarden Euro ist dieser Haftungs-Deckel ein Hohn – und ein klarer Verstoß gegen das Verursacherprinzip“, so Lorenz.

Die Rücklagen für die Endlagerung des laufend in Dukovany und Temelín erzeugten Atommülls für mindestens 240.000 Jahre sind viel zu gering – und sie werden nach den Plänen der tschechischen Regierung im Falle der Inbetriebnahme eines weiteren Reaktors in Dukovany auch nicht wesentlich höher ausfallen: Bisher gibt es Rücklagen von 1,1 Milliarden Euro – das einzige bisher halbwegs in Bau befindliche Atommüll-Lager in Finnland soll nach jetziger Planung mehr als 5 Milliarden Euro kosten.

Rückfragen & Kontakt:
Patricia Lorenz, GLOBAL 2000 Anti-Atomsprecherin, +43 676 44 64 254, patricia.lorenz@global2000.at

 

Wiener Umweltanwaltschaft
 AKW Saporischschja – Update 26.08.2022

Den verfügbaren Informationen zu Folge ist das, seit März im vom Russland besetzen Teil der Ukraine befindliche, KKW Saporischschja gegenwärtig gänzlich vom Stromnetz getrennt. Zur Zeit befindet sich keiner der Reaktoren in Betrieb. Grundsätzlich stellen Kernreaktoren in Kriegsgebieten eine zusätzliche Gefahr dar, da die Integrität der Sicherheitssysteme durch Kampfhandlungen grundsätzlich in Frage gestellt ist.
Auch abgeschaltete Kernreaktoren sind noch über einen längeren Zeitraum (Jahre) auf eine kontinuierliche Energieversorgung angewiesen, um den sicheren Einschluss des vorhandenen radioaktiven Materials, in erster Linie der Brennelemente, gewährleisten zu können. Die gänzliche Unterbrechung der externen Stromversorgung stellt - auch wenn durch Notstromaggregate vor Ort Ersatz bereitsteht - eine ernste Situation, auch für ein kürzlich abgeschaltetes KKW, dar. Die bereitgehaltenen Mittel sind grundsätzlich für den Ersatz der Netzanbindung für mehrere Tage, aber nicht auf Dauer vorgesehen und ausgelegt.


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